Begleitung im Strafverfahren

In Schleswig-Holstein bieten verschiedene Institutionen für Frauen, die Opfer sexueller oder körperlicher Gewalt geworden sind, eine Begleitung im Strafverfahren an.

Diese umfasst je nach Wünschen und Bedürfnissen

  • ein oder mehrere vorbereitende Gespräche vor der Hauptverhandlung
  • die Begleitung zur Hauptverhandlung und während der Zeugenaussage
  • eine Besprechung nach der Hauptverhandlung

In Gesprächen vor der Hauptverhandlung können nützliche Informationen vermittelt werden, z.B. über den Ablauf einer Gerichtsverhandlung, anwesende Personen und ihre Funktion, Zeugenrolle und Ablauf einer Vernehmung und mögliche Opferschutzmaßnahmen. Informationen können helfen, sich zu orientieren, die Situationen besser einzuschätzen und Unsicherheiten abzubauen. Darüber hinaus können individuelle Ängste und Befürchtungen besprochen und der Umgang mit diesen während der Hauptverhandlung vorbereitet werden. Frauen, die noch nicht anwaltlich vertreten sind, wird auf Wunsch eine Anwältin/ein Anwalt vermittelt.

Die Begleitung in die Hauptverhandlung beinhaltet auf Wunsch die Anwesenheit der Begleiterin während der gesamten Verhandlungsdauer, d.h. während möglicher Wartezeiten vor der Vernehmung, die Anwesenheit während der Zeugenaussage und der weiteren Verhandlung sowie ein direktes Nachgespräch nach der Urteilsverkündung. Viele Frauen erleben es als sehr hilfreich, eine professionelle Begleiterin an ihrer Seite zu haben, mit der sie während des Verhandlungsverlaufs das Geschehen besprechen können und auftretende Fragen klären können.

In einem Nachgespräch kann z.B. der Inhalt und die Bedeutung des Urteils und der Urteilsbegründung geklärt und noch bestehende Befürchtungen und weitere Schritte in der Bearbeitung der Gewalterfahrung besprochen werden.

Das Angebot ist kostenlos und richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Frauen. Diese können sich jederzeit mit Anfragen an die Beratungseinrichtungen wenden.

Zeugenbegleitprogramm Schleswig-Holstein

Bei Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft zum zuständigen Gericht erhält jede von sexueller oder körperlicher Gewalt betroffene Zeugin oder Zeuge ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft, das über das Angebot der Zeugenbegleitung informiert und an eine begleitende Institution in den vier Landgerichtsbezirken verweist.