Stri(c)kt gegen Gewalt – Wegschauen unmöglich

Gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt setzen – das ist das Ziel der Schleswig-Holstein weiten Kampagne „Stri(c)kt gegen Gewalt“, die am diesjährigen Weltfrauentag ihren Anfang nimmt. Mit der Kampagne werden alle Menschen eingeladen, aktiv und bunt ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Unterstützt wird  die  Kampagne  durch  den  Landesverband  Frauenberatung  Schleswig-Holstein  (LFSH),  den LandesFrauenRat  Schleswig-Holstein  (LFR),  die  Aktion  Kinder-  und  Jugendschutz  (AKJS),  die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kiel, den PARITÄTISCHEN und das PETZE Institut.    

Flyer [PDF-Download]
 

Konkret sind die Teilnehmenden dazu eingeladen, Quadrate (ca. 20x20 cm) zu stricken oder zu häkeln, die  dann  zu  großen  bunten  Decken  verarbeitet  werden.  Diese  Decken  werden  weithin  sichtbar an Rathäusern, Kirchen, Tatorten, auf Marktplätzen und zu Veranstaltungen ausgelegt. Dabei steht die Farbenpracht der Handarbeiten nicht im Wiederspruch zu der Ernsthaftigkeit des Themas: „Mit der Kampagne stricken wir mit vielen UnterstützerInnen ein gemeinsames Netz gegen Gewalt und färben die  verschiedensten  Orte  bunt,  so  dass  niemand wegschauen  kann  und  will“,  sagt  Katharina  Wulf, Geschäftsführerin des LFSH.

In ihrem Anliegen können die Betroffenen auch auf politische Unterstützung bauen. Heide Simonis, Ministerpräsidentin a.D. und Kuratorin des LFSH, beteiligt sich selbst mit einem Beitrag an „Stri(c)kt gegen Gewalt“: „Bei dieser Kampagne stehen für mich weniger Nadel und Faden im Vordergrund. Ich unterstütze  die  Aktion  gern,  weil  damit  vor  allem  den  Betroffenen  ein Platz  im öffentlichen  Raum angeboten wird, an dem sie wahrgenommen werden. Gewalt ist kein Tabu sondern Realität – das wird mit dieser Aktion symbolisch sichtbar gemacht. “

Jede  3.te  Frau  erlebt  in  ihrem  Leben  körperliche  Gewalt,  jede  7.te  sexuelle  Gewalt.  Laut Bundeskriminalstatistik  waren  im  Jahr  2015  in  Deutschland  127  457  Menschen  von  schweren Straftaten innerhalb einer Partnerschaft betroffen, 81 % davon waren Frauen. Hinzu kommen all die Fälle, die vom Bundeskriminalamt gar nicht erfasst werden. Gewalt gegen Frauen geschieht oft im Verborgenen.  Für  die Betroffenen  ist  es  oft  eine  große  Herausforderung,  sich  aus  einer Gewaltbeziehung zu lösen oder anderen ihre sexuellen  Übergriffe mitzuteilen. „Besonders gut an der Aktion finde ich, dass jede und jeder damit für das Thema Gewalt gegen Frauen sensibilisieren kann. Masche für Masche verbinden uns der Mut über Gewalt zu sprechen und die Solidarität mit den von Gewalt  betroffenen  Frauen  und  Mädchen“,  sagt  Helga  Rausch,  Gleichstellungsbeauftragte  der Landeshauptstadt Kiel.

Die Idee zu der Kampagne stammt aus Schwäbisch Hall vom  „Runden Tisch Gewalt gegen Frauen, Frauen  gegen  Gewalt“.  In  Schleswig-Holstein  soll  die  Kampagne  fortgeführt  werden  und  weite Verbreitung finden.  

Auftakt der Kampagne ist anlässlich der Festveranstaltung zum Weltfrauentag am 8. März um 19.00 Uhr in Kiel im KulturForum Andras Gayk Str. 31, zu der die KooperationspartnerInnen herzlich einladen.

Ursula Schele, Initiatorin der Kampagne vom PETZE Institut für Gewaltpävention ergänzt: „Ich freue mich sehr, wie schnell sich die Kampagne verselbständigt. Wir wollen damit in ganz Schleswig Holstein ein sichtbares Zeichen für Solidarität und gegen Gewalt setzen – und alle können sie als Gruppe, Verein oder Institution selber machen und mit Leben füllen.“

Gestrickte Quadrate (20 x 20 cm) können bei allen KooperationspartnerInnen abgegeben werden.
 
V.i.S.d.P. Angela Hartmann, LFSH, Dänische Str. 3 – 5, 24103 Kiel

www.lfsh.de, 0431 – 9 96 96 36

Tags: