"Suse - Sicher und selbstbestimmt"

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Das Projekt des Bundesverband Frauenberatung und Frauennotrufe "Suse - sicher und selbstbestimmt. Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken" ist im Januar 2014 gestartet und wird über einen Zeitraum von 3 Jahren das Ziel verfolgen, von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen mit Behinderung den Zugang zum Unterstützungssystem zu erleichtern. In 5 Modellregionen sollen regionale Netzwerke aufgebaut und gestärkt werden. Schleswig-Holstein gehört mit der Region Ostholstein zu einer der Modellregionen. Das Landesnetzwerk für Mädchen und Frauen mit Behinderung in Schleswig-Holstein, mixed pickles e.V., wird in Kooperation mit dem Landesverband Frauenberatung e.V. (LFSH) den Aufbau und die Vernetzung lokaler Akteure initiieren, stärken und koordinieren.

Veranstaltungshinweise

bff: Suse - Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken
www.suse-hilft.de

Bestandsaufnahmen und Handlungsbedarf

2012 hat die Universität Bielefeld mit der Studie „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ mit ihren erstmals repräsentativen Zahlen das ganze Ausmaß der Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung sichtbar gemacht. Etwa jede zweite Frau mit Behinderung erlebt sexualisierte Gewalt in Kindheit, Jugend oder als Erwachsene. Fast doppelt so häufig wie nichtbehinderte Frauen erfahren behinderte Frauen körperliche und psychische Gewalt. Besonders betroffen sind gehörlose Frauen, Frauen, die in Behinderteneinrichtungen leben und Frauen mit Lernschwierigkeiten. Die Studie scheint wie ein Weckruf für viele Medien und Akteure in Politik und Behindertenhilfe gewirkt zu haben. Dennoch gibt es bisher nicht viele konkrete Gegenmaßnahmen. Was viele mindestens genauso erschreckt wie die hohe Zahl der Betroffenen: Behinderte Frauen und Mädchen, die Gewalt erlebt haben, kommen noch zu selten im Unterstützungssystem der Anti-Gewalt-Arbeit an. Genau hier setzt das neue Projekt SUSE an und will den Weg in die Beratung auch für Frauen mit Behinderung öffnen. Mit Suse soll der Schwerpunkt in der Arbeit vor allem auf die Vernetzung der einzelnen Akteur/innen gesetzt werden und Aufklärung über das Thema vorangebracht werden.

Die Idee

In fünf Modellregionen will Suse langfristige und verbindliche Kooperationen zwischen Akteur/innen vor Ort initiieren und begleiten. Das können zum Beispiel Beratungsstellen und Selbsthilfeorganisationen behinderter Menschen sein, Expertinnen mit Behinderungen, Mitarbeiter/innen in der Behindertenhilfe, Frauen- und Behindertenbeauftragte, die Polizei, Ärzt/innen, Anwält/innen und Selbstbehauptungstrainerinnen. Die bff-Fachberatungsstellen spielen in den Netzwerken eine besondere Rolle: Sie sollen der Motor der Netzwerke sein und als Ansprechstellen die Netzwerkarbeit wesentlich mit koordinieren.

Die bff-Fachberatungsstellen in den Modellregionen sind die folgenden:

Schleswig-Holstein, Region Ost-Holstein: Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. und mixed pickles e.V.

Nordrhein-Westfalen, Meschede – Hochsauerlandkreis: Frauenberatungsstelle Meschede e.V.

Niedersachsen, Stadt und Landkreis Göttingen: Frauen-Notruf - Beratungs- und Fachzentrum sexuelle und häusliche Gewalt Göttingen e.V.

Hessen, Wetteraukreis: Frauen-Notruf Wetterau e.V.

Hessen, Landkreis Marburg-Biedenkopf und Stadt Marburg: Frauennotruf Marburg e.V.

Modellregion in Schleswig-Holstein

mixed pickles e.V. als Verein für Frauen und Mädchen mit und ohne Behinderung in Schleswig-Holstein ist Träger des landesweiten Vernetzungs- und Koordinierungsbüros in Schleswig-Holstein und wird dies im Rahmen des bundesweiten Projektes SUSE in der Region Ostholstein weiter ausbauen und vertiefen. Der Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. (LFSH) ist der Dachverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Schleswig-Holstein, er wird das Projekt begleiten und eine Übertragbarkeit auf alle Regionen in Schleswig-Holstein prüfen und nach Möglichkeit umsetzen. Dabei wird der Trägerverbund insbesondere die Kompetenzen der PETZE, Institut für Gewaltprävention gGmbH, nutzen und das Projekt mit dem Präventionsbüro abstimmen. Die PETZE arbeitet im Bereich der Prävention von sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch und setzt sich für die Verbesserung des Schutzes von Mädchen und Jungen ein. Das Präventionsbüro schult insbesondere pädagogische Einrichtungen zum Thema sexualisierte Gewalt.

Dokumentation

Zusammen mit einer Gesamtdokumentation der Arbeit von Suse werden die Ergebnisse eingehen in ein “Best-Practice-Handbuch” für den Aufbau erfolgreicher regionaler Vernetzungen im Bereich Beratung gewaltbetroffener behinderter Frauen und Mädchen. So können auch andere Fachberatungsstellen und Akteure in und außerhalb des bff von den Erfahrungen und der guten Praxis der Suse-Netzwerke profitieren.

Dokumentiert werden sollen auch alle Anlaufstellen und Adressen von Aktiven rund um das Thema Gewalt und Behinderung. Wo gute Therapeutin vor Ort zu finden sind, wie eine Gebärdendolmetscherin für die Beratung gefunden werden oder ein Empowermentkurs für Frauen mit Lernschwierigkeiten organisiert werden kann – all das und mehr soll auf der Suse-Onlineplattform einfach und barrierefrei recherchierbar sein. Dazu wird im Verlauf des Projekts eine Adress-Datenbank erstellt und alle Materialien des Suse-Projekts zum Download bereitgestellt.

Der bff wird auf ihrer Webseite www.frauen-gegen-gewalt.de/projekt-suse.html über die Fortschritte informieren und die Internetpräsenz nach und nach aktualisieren. Hier finden sich auch weitere ausführliche Informationen über das Projekt.

Weitere Informationen unter:
www.frauen-gegen-gewalt.de/projekt-suse.html
www.mixedpickles-ev.de